Das Streben nach Menschlichkeit des Adolph Freiherrn Knigge ist Maßstab unseres Handelns.
Sein 1788 veröffentlichtes Werk „Über den Umgang mit Menschen“ stellt nicht die fälschlicherweise mit seinem Namen assoziierte steife Etikette in den Vordergrund. Knigge selbst ging es um die Frage, wie der Mensch in der Gesellschaft einen Konsens auf Augenhöhe erzielen kann und dabei seinen gesunden Menschenverstand einsetzt.
Das Wissen um zeitgemäße Umgangsformen stellt das Fundament unseres Vereins dar, es verschafft uns die notwendige Glaubwürdigkeit und Seriosität in der Gesellschaft.
Vor diesem Hintergrund kann es situationsbedingt durchaus angebracht sein, die steife Etikette gegen ein taktvolles Miteinander mit moralischer Selbstverantwortung und sittlich einwandfreiem Verhalten einzutauschen. Der Maßstab mit dem wir unser eigenes Verhalten, aber auch jede Situation bewerten, lautet daher nicht richtig oder falsch, gut oder schlecht, sondern angemessen, bzw. unangemessen, oder wahlweise eben auch geschickt oder ungeschickt.
Wir betrachten die Deutsche-Knigge-Gesellschaft e.V. als Gemeinschaft, in der wir uns mit Respekt und Höflichkeit begegnen. Wir verstehen uns als Netzwerk zum Erfahrungsaustausch zwischen Menschen mit gleichen Interessen und Zielen. Und all das, was wir hier erleben, erfahren und erlernen, nehmen wir mit in unseren Alltag als Mitmenschen, Impulsgeberinnen und Impulsgeber, Trainerinnen und Trainer.
Dies ist unser Selbstverständnis, zumal wir es uns selbst und unserem Namensgeber schuldig sind!
Wir laden Sie herzlich dazu ein, sich mit uns für ein respektvolles, wertschätzendes und friedliches Miteinander einzusetzen.
Die Mitglieder der Deutschen-Knigge-Gesellschaft e.V. formulieren im deutschsprachigen Raum Empfehlungen auf Fragen zum Zeitgeist von Stil und Etikette. Dadurch folgen wir in unserer Kernkompetenz dem Wandel in der Gesellschaft.
Austausch und Kooperationen mit gleichgesinnten Partnern sind aus unserer Sicht unabdingbar. Damit stellen wir einen konstruktiven Dialog sicher und können uns im deutschsprachigen Raum in unserer Arbeit gegenseitig bereichern.
In unserer Öffentlichkeitsarbeit sorgen wir dafür, dass sich der Bekanntheitsgrad der Deutschen-Knigge-Gesellschaft e.V. ständig auf einem hohen Niveau befindet.
Unser Wirken und Handeln und unsere Vision basieren auf dem humanistischen Menschenbild der Aufklärung, für das auch Freiherr Knigge eintrat. Im Sinne der Aufklärung begreifen wir uns als Botschafterinnen und Botschafter des Strebens nach Freiheit, dem Willen zur persönlichen Entwicklung und der Vernunft jedes Einzelnen, die wir privat, beruflich und sozial mit Leben füllen.
Dem aufklärerischen Gedanken Knigges folgend, fördern wir den gesellschaftlichen Dialog auf Augenhöhe und laden zum Gedankenaustausch ein. Aus diesem Grunde haben wir uns als Deutsche-Knigge-Gesellschaft e.V. insbesondere den nachfolgenden Kernwerten verschrieben, da wir überzeugt sind, dass diese zu Freiheit, Gleichheit und Gleichwertigkeit beitragen:
Knigges Intention war stets, einen wertschätzenden Umgang miteinander zu leben. An dieser Geisteshaltung anderen Menschen gegenüber hat sich auch in der Moderne nicht viel geändert. Indem wir Wertschätzung entgegenbringen, leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Achtung der Menschenwürde.
Respekt ist ein menschliches Grundbedürfnis. Mit einer diskriminierungsfreien Kommunikation und entsprechendem Handeln schaffen wir die Grundlage für eine respektvolle Verständigung und ein friedliches Miteinander.
In unserer heutigen globalen Welt ist Toleranz wichtiger als jemals zuvor. Ein wertschätzender und respektvoller Umgang erfordert Toleranz für die Bedürfnisse, Gewohnheiten, Lebensstile und Einstellungen anderer. Gleichzeitig erlauben wir uns, dort Zivilcourage zu zeigen, wo Intoleranz herrscht und Menschen gedemütigt, bloßgestellt oder diskriminiert werden.
„Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll.“ Dieser Aphorismus von J.W. von Goethe – einem Zeitgenossen von Knigge – unterstreicht sinngemäß Knigges Ausführungen in seinem Grundlagenwerk „Über den Umgang mit Menschen“ für ein freundliches, empathisches und hilfsbereites Miteinander.
Das Wissen um verbindliche Regeln im Umgang miteinander vermittelt uns Sicherheit und Verlässlichkeit im Alltag. Die so gewonnene Freiheit können wir nutzen, um uns respektvoll, aufmerksam und tolerant dem Zwischenmenschlichen zu widmen.
Adolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr Knigge wurde am 16. Oktober 1752 in Bredenbeck bei Hannover geboren. Nach der Erziehung durch Hofmeister studierte Knigge 1769 - 72 Jura in Göttingen.
1772 erhielt er eine Anstellung als Hofjunker und Assessor der Kriegs- und Domänenkasse in Kassel.
1777 wurde er weimarischer Kammerherr. Er übersetzte Schriften von Rousseau und verfasste neben mehreren Romanen, Essays und Satiren auch Schriften zu Geschichte, Politik und Gesellschaft sowie das bekannte Buch "Über den Umgang mit Menschen" - es erschien 1788.
Freiherr Knigge starb am 6. Mai 1796 in Bremen.